Angedacht

 

Nur die Liebe zählt

Johannes 14,15

In der Vergangenheit habe ich immer wieder gehört, wie man als Christ zu leben hat: Lies täglich die Bibel, besuche regelmäßig die Gottesdienste, bring dich in der Gemeinde ein. Natürlich sind das alles gute Vorschläge, doch das Problem ist nur, dass ein Leben als Nachfolger Jesu dadurch zu einer To-Do-Liste wird, die man abarbeitet. Wir bemühen uns nur noch darum, die einzelnen Punkte zu befolgen und abzuhaken. Manch einer denkt, dass es Gott nur um Regeln ginge, doch dabei geht es ihm um eine Beziehung.

In den meisten Gemeinden wird das Evangelium von Jesus Christus, die frohe Botschaft der Gnade Gottes gepredigt. Aber viele verstehen das nicht, weil sie immer nur „Gesetz“ hören. Leider wird in vielen Gemeinden gelehrt, man müsse sich abrackern, damit Gott zufrieden ist. Dabei verhält es sich genau andersherum: Wer wir sind, bestimmt, was wir tun. Zuerst müssen wir wissen, wer wir in Christus sind: Gottes geliebte, angenommene und geborgene Kinder.

Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth, dass am Ende der Zeit alles, was wir getan haben, geprüft wird. Er macht das anhand eines Beispiels deutlich, nämlich an einem Gebäude, dessen Fundament Jesus Christus ist. Wir stehen vor der Wahl, was auf diesem Fundament gebaut werden soll. In 1. Korinther 3 lesen wir:

12-13 Es wird auch nicht verborgen bleiben, was jemand darauf baut, ob Gold, Silber oder Edelsteine, ob Holz, Heu oder Stroh. Am Tag des Gerichts wird sich erweisen, ob es Bestand hat. Dann wird die Feuerprobe gemacht: Das Werk eines jeden wird im Feuer auf seinen Wert geprüft. 14 Wenn das, was ein Mensch gebaut hat, die Probe besteht, wird er belohnt. 15 Wenn es verbrennt, wird er bestraft. Er selbst wird zwar gerettet, aber so, wie jemand gerade noch aus dem Feuer gerissen wird. (1. Korinther 3,12-15)

Das Feuer wird alles verbrennen, was keinen Wert hat, während Werke von ewigem Wert Bestand haben werden. Auf der anderen Seite steht das Versprechen, dass es „keine Verdammnis für die gibt, die in Christus sind“ (Römer 8,1). Selbst wenn deine Werke verbrennen – mit deiner Errettung hat das nichts zu tun. Du bleibst gerettet, aber eben wie durchs Feuer hindurch. Du wirst vor Gott stehen, allerdings mit angesengten Augenbrauen.

Alle Werke, die wir uns selbst ausgedacht haben, aus eigener Kraft gemacht haben oder mit denen wir beeindrucken wollen, sind wertlos. Sie werden verbrennen. Wertvolle Werke stimmen mit Gottes Wort überein, kommen aus seiner Kraft und sind zu seiner Ehre. Sie bleiben in alle Ewigkeit bestehen. Nun möchte sicher niemand sehen, wie sich sein Leben in Rauch auflöst. Natürlich möchten wir, dass unsere Taten ewigen Bestand haben.

Eine Frage bleibt: Wirst du für deine Werke gelobt? Haben sie Wert für die Ewigkeit? Die Frommen damals waren sich sicher, dass ihre Werke ausreichen. Jesus hat das jedoch ganz anders gesehen. Für ihn hatten die Werke der Religiösen nur einen Zweck: Selbstbeweihräucherung. Und sie hatten ihren Lohn schon längst erhalten: Das Lob von Menschen. Deswegen würden sie auch von Gott keine Belohnung mehr erhalten. Unser Ziel ist es, mit Gold, Silber und Edelsteinen zu bauen. Doch wo liegt der Unterschied zwischen angstvollem gesetzlichen Handeln und dem, was Jesus möchte? Zu seinen Jüngern sagt er: Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. (Joh 14,15)

Der Hirtenjunge David bringt uns der Antwort einen Schritt näher. Gott hatte beschlossen, dass David König von Israel werden soll. Seine Familie konnte das nicht glauben. Er war doch der Jüngste und Kleinste. Aber dem Propheten Samuel hat er gesagt: Sieh nicht auf sein Aussehen... Denn es ist nicht so, wie ein Mensch es sieht: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an. (1. Samuel 16,7)

Gegen Ende des Alten Testaments macht Gott ein bedeutendes Versprechen: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. (Jeremia 31,33)

Gott ist es nicht so wichtig, was wir tun, sondern warum wir es tun. Gott hat sich nie an Menschen erfreut, die seinem Gesetz nur aus Zwang gehorchen, statt aus Überzeugung und Liebe. Es geht um die Liebe und darum, was in unserem Innern passiert; in unserem Herzen. Gott beurteilt die Gedanken und Einstellungen unseres Herzens. Es geht nicht um unser Verhalten an sich, sondern um unsere Motivation: Warum wir tun, was wir tun. Wenn wir etwas ohne Liebe tun, ist es nichts wert – egal wie religiös oder edel es aussieht. Es ist Holz, Heu und Stroh.

Gott will, dass nichts außer Liebe uns motiviert.

Alexander Märtin