Angedacht

 

Unter dem Segen Gottes

Andacht über 4. Mose 6,22-27

Am Ende des Gottesdienstes sagen wir nicht einfach: „Auf Wiedersehen“. Und wir gehen auch nicht auseinander mit dem blassen Wunsch: „Bleiben Sie gesund!“ Am Ende jedes Gottesdienstes empfangen wir den Segen Gottes. Und das geschieht häufig mit Worten aus der Zeit von Mose, die sein Bruder, der Priester Aaron, dem Volk Israel zusprechen sollte:

Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Hier ist von Gottes Angesicht die Rede. Es ist uns zugewandt und es strahlt leuchtend über uns. Gott sieht uns freundlich an. Das ist wie bei uns Menschen: Wenn uns jemand freundlich anschaut, dann tut uns das gut. Wie wäre es dagegen, wenn jemand uns übersieht oder uns einfach ignoriert? Wir wären verunsichert und wüssten im Moment nicht, wie wir dem anderen begegnen sollen.

In der Bibel ist immer wieder von Menschen die Rede, die Sehnsucht danach haben, Gott zu begegnen. Gleichzeitig müssen sie aber erkennen, dass das nicht möglich ist. Wir können Gottes Angesicht nicht sehen, es wäre für uns nicht auszuhalten. Selbst Mose ging es nicht anders. Er wollte gerne Gottes Herrlichkeit sehen, aber Gott konnte ihm diesen Wunsch nicht erfüllen: „Kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ (2. Mose 33,18-20), sagt er zu ihm.

Mose war von Gott mit der Führung des Volkes Israel beauftragt. Ganz sicher kein leichter Job, und Mose fühlte sich unsicher. Er brauchte eine Bestätigung von Gott, er wollte sicher sein, dass Gott ihn nicht hängen lässt. Immerhin versprach Gott: „Ich will an dir vorüberziehen, damit du sehen kannst, wie gütig und barmherzig ich bin.“ Mose durfte hinterherschauen, aber Gottes Gesicht durfte er nicht sehen.

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